Yoga an Schulen und Hochschulen: Ruhe, Kraft und Körpergefühl
Bildung findet nicht nur im Kopf statt.
Sie zeigt sich auch darin, ob wir unseren Körper wahrnehmen, Anspannung erkennen, Grenzen spüren und merken, wann wir Kraft haben oder eine Pause brauchen.
Runterkommen lernen ist dabei nur ein Teil. Ebenso wichtig sind Körperwahrnehmung, Aufrichtung, Atem und die Erfahrung, kraftvoll sein zu dürfen, ohne sich zu überfordern.
Im Juli durfte ich diese Form des Lernens gleich in zwei unterschiedlichen Bildungsräumen begleiten: bei den Projekttagen am Rosenstein-Gymnasium in Heubach und zum Abschluss eines weiteren Yoga-Semesters an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd.
So unterschiedlich die Gruppen und Formate waren, ging es doch um etwas sehr Ähnliches:
Durch Bewegung, Atem und bewusste Wahrnehmung wieder mehr Verbindung zum eigenen Körper und zum inneren Erleben zu finden.
Yoga bei den Projekttagen am Rosenstein-Gymnasium
Am 23. und 24. Juli durfte ich im Rahmen der Projekttage mit Schüler:innen des Rosenstein-Gymnasiums Yoga praktizieren.
Was mich besonders gefreut hat: Die Jugendlichen haben nicht einfach nur „mitgemacht“. Sie waren wirklich dabei.
In den Einheiten ging es nicht um perfekte Asanas oder darum, besonders beweglich zu sein. Stattdessen haben wir gemeinsam erforscht:
Wie fühlt sich Kraft an, ohne sich zu überfordern?
Woran merke ich, dass mein Körper eine Pause braucht?
Was passiert mit meinem Atem, wenn der Kopf voll ist?
Wie kann Aufrichtung dabei helfen, wieder mehr Raum im Körper und im Denken zu schaffen?
Die Stunden verbanden kraftvolle und ruhigere Yogasequenzen mit Atemarbeit, kurzen Meditationen und Momenten bewusster Körperwahrnehmung.
Gerade Jugendliche verbringen viel Zeit mit Sitzen, Lernen, Scrollen und Funktionieren. Yoga kann hier einen niedrigschwelligen Zugang schaffen, um den eigenen Körper wieder bewusster wahrzunehmen, persönliche Grenzen früher zu erkennen und den Atem als konkrete Ressource im Alltag kennenzulernen.
Dabei geht es nicht darum, jede Anspannung sofort loszuwerden. Es geht darum, die Signale des eigenen Körpers überhaupt wieder lesen zu lernen.
Ein weiteres Yoga-Semester an der PH Schwäbisch Gmünd
Auch an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd endete am 27. Juli ein weiteres gemeinsames Yoga-Semester.
Vom 27. April bis zum 27. Juli fanden montags zwei regelmäßige Einheiten für Studierende und Mitarbeitende statt: eine 60-minütige Praxis in der Mittagspause und eine längere, 75-minütige Einheit am Nachmittag.
Keine Yogastunde verlief exakt wie geplant. Und keine Yogastunde war wie die andere.
Denn eine Stunde entsteht nicht allein aus einer vorbereiteten Abfolge von Asanas. Sie entsteht auch aus den Menschen im Raum, ihrer Energie und dem, was sie an diesem Tag mitbringen.
Manchmal brauchte es Aktivierung und einen kraftvollen Flow. Manchmal Ruhe, sanfte Bewegung und eine längere Ausatmung. Manchmal standen Meditation, Atemarbeit oder Körperwahrnehmung stärker im Mittelpunkt. Und manchmal brauchte es einfach einen Raum, in dem für einen Moment nichts geleistet werden musste.
Besonders schön war für mich zu erleben, wie die Gruppen im Laufe des Semesters zusammengewachsen sind.
Zwischen den Teilnehmenden und mir entstand eine Resonanz, die nicht nur die Gruppe getragen hat, sondern manchmal auch mich als Raumhalterin.
Beim letzten gemeinsamen OM war hörbar, was über das Semester gewachsen war:
Aus einzelnen Stimmen war Gemeinschaft geworden.
Warum Runterkommen lernen auch Bildung ist
Sich selbst wahrnehmen und regulieren zu können, ist keine nette Zusatzkompetenz für besonders entspannte Tage.
Es hilft Menschen dabei,
Anspannung früher zu erkennen,
Kraft aufzubauen, ohne ständig über die eigenen Grenzen zu gehen,
Pausen nicht erst dann einzulegen, wenn gar nichts mehr geht,
den Atem bewusst als Ressource zu nutzen,
und wieder mehr Handlungsspielraum im eigenen Alltag zu erleben.
Gerade in Schulen und Hochschulen, in denen viel gelernt, geleistet und verarbeitet wird, braucht es deshalb auch Räume für Körperwahrnehmung, Atem, Bewegung und Selbstregulation.
Runterkommen lernen ist Bildung. Kraft spüren, Grenzen wahrnehmen und sich selbst ernst nehmen ebenso.
Inga Yoga: Yoga, das nicht an der Mattenkante endet
Inga Yoga – the path to inner change steht für eine Yogapraxis, die Bewegung, Atem und innere Entwicklung miteinander verbindet.
Yoga bildet dabei das Herzstück. Je nach Gruppe und Thema fließen zusätzlich Elemente aus Atemarbeit beziehungsweise Breathwork, Meditation, Embodiment und somatischer Körperarbeit ein.
Es geht nicht darum, Menschen in eine perfekte Haltung zu bringen.
Es geht darum, einen Raum zu schaffen, in dem sie sich selbst wieder feiner wahrnehmen können:
- Wann brauche ich Kraft
- Wann brauche ich Ruhe?
- Wo liegt meine Grenze?
- Was erzählt mir mein Atem?
Und wie kann ich das, was ich auf der Matte erfahre, mit in meinen Alltag nehmen?
Als Wirtschaftspsychologin und Yogalehrerin verbinde ich körperliche Praxis mit psychologischen Perspektiven auf Selbstregulation, Selbstführung und innere Veränderung.
Ergänzt wird meine Arbeit durch pädagogische Studien- und Unterrichtserfahrung, unter anderem an der Pädagogischen Hochschule sowie an der Daktari Bush School in Südafrika.
So entstehen Formate, die körperlich erfahrbar, fachlich fundiert und auf die jeweilige Gruppe abgestimmt sind.
Yoga und Selbstregulation für Schulen und Hochschulen
Für Schulen, Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen entwickle ich passende Yoga- und Selbstregulationsformate, beispielsweise im Rahmen von:
- Projekttagen
- Gesundheitstagen
- Präventionsangeboten
- Workshops
- regelmäßigen Kursen
Je nach Zielgruppe können Yoga, Atemarbeit, Meditation, Embodiment, Körperwahrnehmung und Impulse zur Selbstführung miteinander verbunden werden.
Vielen Dank an das Rosenstein-Gymnasium und die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd für das Vertrauen, die Offenheit und diese besonderen gemeinsamen Stunden.
Interesse an einem passenden Format für Ihre Schule, Hochschule oder Bildungseinrichtung? Dann freue ich mich über eine Nachricht.
Den letzten Satz bitte mit der Kontaktseite verlinken.
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