Yoga & Konsum

Die Yoga-Branche boomt und ich die Yoga-Szene hat seinen ganz eigenen Konsum-Kosmos erschaffen. Das Angebot in der Yoga-Szene ist so vielfältig und die Verlockung zu konsumieren extrem "süß". Ich brauche für mich persönlich keine bestickte Yogamatte oder die neueste bunte Trend-Leggings, um mich verbunden zu fühlen oder dazu zu gehören.

Trotzdem hat mich diese Bewegung die letzten Jahre immer wieder beschäftigt und ich war nicht immer so frei im Umgang damit. Ich beobachtete mich dabei, wie ich die Öffnungszeiten des Ashram-Shops studierte um mich mit Räucherstäbchen, Murtis,  Edelsteinketten etc. zu versorgen.

Ich bin jemand, die Schönheit liebt im Innern wie im Außen. Ich finde es gibt nichts dran auszusetzen, seine ganz eigene Schönheit zu betonen und ihr durch entsprechende Kleidung, Schmuck und Kosmetik Ausdruck zu verleihen. Aber wo ist die Grenze? Was brauche ich wirklich und wann ist es zu viel? Welchen Zweck haben diese Güter, wie nachhaltig sind sie und wofür sind sie mir dienlich ? Ich habe für mich festgestellt, dass ich viel weniger brauche als gedacht. Die Gegenstände verlieren an Kraft, wenn sie nur gelagert werden oder einstauben. Ich finde, dass jedes Armband und jedes Kleidungsstück oder jede Figur seine Wertschätzung braucht und vor allem seine Aufgabe hat.

Ist das nicht auch Yoga, wach zu sein und zu reflektieren wie das eigene Kaufverhalten ist, insbesondere unter dem Deckmantel "YOGA"?

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Yoga & Alltag

Der Funken der Inspiration

Das kennst du bestimmt auch: Du hast gerade eine intensive (Yoga-)Ausbildung / Weiterbildung absolviert oder einen inspirierenden Workshop besucht. Vielleicht hast du in dieser wertvollen Zeit sehr gut auf dich geachtet, dich gesund ernährt, sehr viel praktiziert und bist dadurch in deine Kraft gekommen. Vielleicht hast du ganz erleuchtende Erkenntnisse gewonnen und dabei viele neue Antworten auf deine Fragen bekommen. Du konntest einige Widerstände auflösen, deine Energie fließt frei, Körper & Geist fühlen sich wieder Eins. Der Fokus und somit all die Energie war auf dich gerichtet, du hast dich dadurch selbst reich beschenkt. Du siehst vielleicht die Welt ein wenig schöner, bist getränkt von Liebe und möchtest die ganze Welt umarmen - oder wenigstens jeden Baum! Deine Motivation & Inspiration ist groß, der Schweinehund ganz klein und du hast dir vielleicht vorgenommen einiges in deinem Leben zu verändern. Der Funken der Inspiration in dir will übersprudeln.

Der Alltag hat so seine Tücken

Voller Lebensfreude kommst du zu Hause in deinem Alltag an. Dieses Gefühl ist leider viel zu oft nicht von Dauer, denn der eigentliche Prozesse fängt schon beim Betreten der Türschwelle an. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es diese glückliche Zeit immer ein Äquivalent an Herausforderungen mit sich bringt. Es ist wie eine Prüfung, ob das Erfahrene fest genug integriert ist. Der Alltag hat so seine Tücken und du begegnest Menschen, die dir gerade genau das Gegenteil spiegeln und widererwartend nicht deine Liebesrausch teilen wollen. Vielleicht bist du auch viel sensibler geworden und nimmst die Ausstrahlung deiner Mitmenschen, Lärm, Gerüche und all die Eindrücke deiner Umwelt viel intensiver war. Auch sind die Ablenkungstendenzen sehr groß und einige Zeit später frisst dich der Trott des Alltags mit all seinen verlockenden ungesunden Gewohnheiten wieder auf.

Gelassenheit üben


Jack Kornfield hat es so treffend gesagt "Wenn du denkst, du bist erleuchtet, dann fahre zu deinen Eltern!"
Dieses Zitat stammt aus einem meiner Lieblingsbücher "Nach der Erleuchtung erst mal Kartoffel schälen und Wäsche waschen"

Ich finde das passt, denn die wirkliche Arbeit fängt m. E. zu Hause in unserem Alltag an. Siehe den Alltag vielleicht als die eigentliche Prüfung nach dem Workshop an und bewahre dir dabei den Funken der Inspiration, der in dir angezündet wurde und integriere diesen einen Funken fest in deinen Alltag. Ich übe mich in Gelassenheit mit der Erkenntnis, dass es gar nicht so sehr darum geht , dass ich all das Erfahrene oder die wertvollen Techniken sofort und vollständig leben muss. Wenn du dir vielleicht erlaubst eine Erkenntnis oder eine Yoga-Technik im Alltag fest zu verankern - großartig! All das was wirklich wichtig war für mich, für diesen Moment, für diese Lebensphase, ist mir geblieben und ich konnte diese eine bestimmte Sache ganz leicht und ohne Mühe im Alltag leben. Dies kann z. B. ein kleines Morgenritual sein, wie die Zungenreinigung oder eine Erkenntnis über ein ganz bestimmtes Lebensthema, so dass mir der Umgang mit herausfordernden Themen leichter fällt.  Diese Funken der Inspiration werden erst ihr volles Potential entfalten, wenn wir sie wirklich leben - sie werden durch das regelmäßige Tun eine gesunde Gewohnheit. Sie sind wie ein goldender Faden, der sich durch den Alltag webt. Mit der Zeit wird das Schutz-Netz in deinem Alltag durch die Dichte der Fäden immer stärker und irgendwann schaust du zurück und siehst wie du dich entwickelt hast (Lies gerne hierzu auch diesen Artikel: http://ingayoga.de/ingayoga-blog/2017/4/11/yoga-entwicklung).

Namasté
IngaYoga.net

Yoga & Entwicklung

Vielleicht warst du selbst auch schon mal an dem Punkt, wo du das Gefühl hattest, dass deine Entwicklung im Yoga stagniert. Die Asanas, Pranayamas und deine tägliche Meditation fallen dir leicht ganz ohne Mühe und Widerstand. Deine Yoga-Praxis ist ein fester Bestandteil des Alltagsund gleichzeitig spürst du (k)eine Entwicklung. Du fragst dich, "wie geht es weiter?" oder "wie werde ich noch besser?". Ich würde sagen: "Herzlichen Glückwunsch" genieße diese Zeiten der Leichtigkeit du bist im absoluten Yoga-Flow. Und was/oder/wer sagt eigentlich in dir, dass es immer Fortschritte geben MUSS. Davon mal abgesehen, dass wir uns permanent weiterentwickeln, auch wenn es gerade nicht sofort spürbar ist.
Wir leben in einer Gesellschaft, wo Leistungsruck und ständiger messbarer Erfolg absolut "en vogue" ist. Ich erwische immer wieder dabei, dass ich denke, etwas optimieren zu müssen. Der Wunsch nach Entwicklung ist ein wunderbarer Motor. Er ist eines unser Grundbedürfnisse in diesem Leben. Ich finde, wir sollten uns aber nicht zum Sklaven machen und uns immer wieder mit dem Gefühl "ich bin nicht (weit) genug" quälen.
Es gibt Momente des Friedens, der stillen Einkehr und des Genießens. Wenn du anfängst, absichtslos zu praktizieren, einfach weil es zu dir gehört, hat sich vielleicht etwas in dir beruhigt. Dein Geist fängt an sich unterzuordnen und fordert dich nicht permanent heraus - großartig!
Es ist ALLES da in jedem stillen Moment - auch wenn du das Gefühl hast, es passiert "nichts".
Wenn du dich damit komfortabel fühlst und auf einmal aus einer ganz anderen Perspektive heraus beobachtest, dass deine Gedanken & Gefühle dich nicht mehr so stark beherrschen und du in herausfordernden Situationen mit Gelassenheit reagierst. Der Witz daran ist: Wenn du an dem Punkt bist, bleibt dies für dich zunächst lange unbemerkt und die Faszination an diesem Erfolg bleibt aus, du brauchst diesen Erfolg nicht mehr, es geschieht einfach ganz natürlich aus dir heraus.  

Nachfolgend ein Zitat aus einem Buch von Elisabeth Haich, der mir sehr viel Klarheit brachte:

"Es ist die größte Prüfung für einen Yoga-Übenden, seine eigenen Fortschritte nicht zu bemerken. Wie ein Kind nicht wahrnimmt, wann aus ihm ein Erwachsener wird, so bemerkt ein Mensch nicht - oder nur selten - wann sein Bewusstsein sich ausdehnt."

Namasté
IngaYoga.net