Yoga & Entwicklung

Vielleicht warst du selbst auch schon mal an dem Punkt, wo du das Gefühl hattest, dass deine Entwicklung im Yoga stagniert. Die Asanas, Pranayamas und deine tägliche Meditation fallen dir leicht ganz ohne Mühe und Widerstand. Deine Yoga-Praxis ist ein fester Bestandteil des Alltagsund gleichzeitig spürst du (k)eine Entwicklung. Du fragst dich, "wie geht es weiter?" oder "wie werde ich noch besser?". Ich würde sagen: "Herzlichen Glückwunsch" genieße diese Zeiten der Leichtigkeit du bist im absoluten Yoga-Flow. Und was/oder/wer sagt eigentlich in dir, dass es immer Fortschritte geben MUSS. Davon mal abgesehen, dass wir uns permanent weiterentwickeln, auch wenn es gerade nicht sofort spürbar ist.
Wir leben in einer Gesellschaft, wo Leistungsruck und ständiger messbarer Erfolg absolut "en vogue" ist. Ich erwische immer wieder dabei, dass ich denke, etwas optimieren zu müssen. Der Wunsch nach Entwicklung ist ein wunderbarer Motor. Er ist eines unser Grundbedürfnisse in diesem Leben. Ich finde, wir sollten uns aber nicht zum Sklaven machen und uns immer wieder mit dem Gefühl "ich bin nicht (weit) genug" quälen.
Es gibt Momente des Friedens, der stillen Einkehr und des Genießens. Wenn du anfängst, absichtslos zu praktizieren, einfach weil es zu dir gehört, hat sich vielleicht etwas in dir beruhigt. Dein Geist fängt an sich unterzuordnen und fordert dich nicht permanent heraus - großartig!
Es ist ALLES da in jedem stillen Moment - auch wenn du das Gefühl hast, es passiert "nichts".
Wenn du dich damit komfortabel fühlst und auf einmal aus einer ganz anderen Perspektive heraus beobachtest, dass deine Gedanken & Gefühle dich nicht mehr so stark beherrschen und du in herausfordernden Situationen mit Gelassenheit reagierst. Der Witz daran ist: Wenn du an dem Punkt bist, bleibt dies für dich zunächst lange unbemerkt und die Faszination an diesem Erfolg bleibt aus, du brauchst diesen Erfolg nicht mehr, es geschieht einfach ganz natürlich aus dir heraus.  

Nachfolgend ein Zitat aus einem Buch von Elisabeth Haich, der mir sehr viel Klarheit brachte:

"Es ist die größte Prüfung für einen Yoga-Übenden, seine eigenen Fortschritte nicht zu bemerken. Wie ein Kind nicht wahrnimmt, wann aus ihm ein Erwachsener wird, so bemerkt ein Mensch nicht - oder nur selten - wann sein Bewusstsein sich ausdehnt."

Namasté
IngaYoga.net